Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns, Ihnen den ersten Integrierten Bericht des Deutsche Bahn Konzerns zu präsentieren. Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitsbericht sind zu einem kompakten Paket verschmolzen. Damit erhalten Sie erstmalig alle Daten und Fakten zum Geschäftsjahr 2014 aus unseren drei Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie sowie viele ergänzende Informationen zu aktuellen Entwicklungen im DB-Konzern zu einem Zeitpunkt, mit einer Publikation.

Parallel ist die Online-Berichterstattung auf www.deutschebahn.com/ib noch umfassender und nutzerfreundlicher geworden. Alle nachfolgenden Texte und Abbildungen sind vollständig digitalisiert und auch auf Smartphone und Tablet verfügbar.

Der integrierte Bericht ist qualitativ wie quantitativ eine Weiterentwicklung. Finanzielle und nicht finanzielle Entwicklungen werden gleichermaßen beschrieben. Gänzlich neu sind unter anderem die Ergebnisse unserer ersten Stakeholderbefragung. Geschäftszahlen werden in ihren jeweiligen Kontext gesetzt, Informationen miteinander verknüpft und Wechselwirkungen innerhalb des Konzerns aufgezeigt.
Wir wollen Ihnen unsere Geschäfte und das, was wir tun, um besser zu werden, noch verständlicher machen. So ist unser erster integrierter Bericht weniger ein rückwärtsgewandtes Bilanzbuch, sondern vielmehr eine in die Zukunft gerichtete unternehmerische Bestandsaufnahme.

Wir folgen dabei der Logik unserer Strategie DB 2020 , nämlich alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen – Ökonomie, Soziales und Ökologie – vollumfänglich und gleichwertig abzudecken.

Hinsichtlich unserer Strategie markiert 2014 ein wichtiges Etappenziel. Drei Jahre ist es her, dass wir DB 2020 aufs Gleis gesetzt haben. Ein Drittel des Zeithorizonts ist um. Wie fällt die Bilanz nach den ersten drei Jahren aus?

In einigen Bereichen sind wir weiter als geplant. Manche Ziele wurden bereits frühzeitig erreicht. An anderen Zielwerten wird weiter hart gearbeitet, um unsere Marktpositionen zu verteidigen und zu verbessern.

Dass sich die Bemühungen um Produktqualität und Kundenzufriedenheit in unserem Kern­geschäft auszahlen, beweist der neue Fahrgastrekord. 14 Millionen zusätzliche Reisende waren 2014 in unseren Zügen allein in Deutschland unterwegs, insgesamt 2,03 Milliarden. Und das in einem Jahr mit 165 Stunden GDL-Streik und tagelangen Einschränkungen im Bahnverkehr nach dem verheerenden Unwetter Ela im Frühsommer. Vor allem der Regionalverkehr in den Ballungsräumen entwickelt sich anhaltend positiv.

Der Kundenzuwachs auf der Schiene hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass wir den konzernweiten Umsatz 2014 um weitere 1,5 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro steigern konnten. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern liegt erneut bei über 2 Milliarden Euro, aufgrund der erwähnten exogenen Einflussfaktoren jedoch leicht unter dem Vorjahreswert.

Deutliche Fortschritte haben wir bei der Arbeitgeberattraktivität gemacht. Bei den besonders umworbenen Ingenieurstudenten ging es für den Deutsche Bahn Konzern im Unternehmensranking von Universum mit Platz 10 erstmals in die Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands. Das Marktforschungsinstitut trendence zählte den Deutsche Bahn Konzern bei Hochschulabsolventen gar zu den Aufsteigern der letzten fünf Jahre.

Unsere hohe Arbeitgeberattraktivität belegen zudem die geringe Mitarbeiterfluktuation und die niedrige Abbrecherquote bei Auszubildenden. Während deutschlandweit 24 Prozent aller Azubis vorzeitig ihren Ausbildungsbetrieb verlassen, sind es im DB-Konzern lediglich 11 Prozent.

Mit insgesamt über 12.000 neu an Bord geholten Kolleginnen und Kollegen zählen wir erneut zu den Arbeitgebern mit den meisten Neueinstellungen.

Nicht nur als Arbeitgeber setzt der Deutsche Bahn Konzern Maßstäbe in Deutschland, sondern auch als Umwelt-Vorreiter. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrommix beträgt mittlerweile knapp 40 Prozent. Und das Ziel, unsere weltweiten spezifischen CO₂-Emissionen zwischen 2006 und 2020 um 20 Prozent zu reduzieren, haben wir mit 22,7 Prozent bereits jetzt, sechs Jahre früher, übertroffen.

Klar ist, dass wir uns nicht auf diesen Erfolgen ausruhen, geschweige denn die noch unerreichten Ziele vernachlässigen. Im Gegenteil: Wir werden der zunehmenden Wettbewerbsdynamik im Mobilitätsmarkt mit neuen Angebotskonzepten begegnen, die mit klaren Vorteilen für unsere Kunden verknüpft sind.

Dabei wollen wir die vielfältigen Chancen der Digitalisierung nutzen. Schon heute erteilen wir im Personenverkehr rund 90 Millionen Reiseauskünfte pro Monat über das mobile Internet. Big Data ist bei uns längst Realität. Dennoch stehen wir erst am Anfang. Mit unseren 4.0-Initiativen werden wir die Zukunft der Mobilität und Logistik aktiv gestalten.

Die Nachfrage auf der Schiene wächst. Das belegen die steigenden Fahrgastzahlen. Die Basis für weiteres Wachstum schaffen wir mit dem größten Modernisierungsprogramm für die bestehende Eisenbahninfrastruktur, das es je gegeben hat. Rund 28 Milliarden Euro investieren wir gemeinsam mit dem Bund in den kommenden fünf Jahren in das Bestandsnetz. Weitere rund 7 Milliarden Euro fließen in Aus- und Neubaustrecken.

Wir schauen zuversichtlich nach vorn. Sicher ist: Die Digitalisierung wird noch zu weitreichenden Umbrüchen auf den Mobilitäts- und Logistikmärkten führen. Auch der Deutsche Bahn Konzern steht vor dem größten Umbruch seit der Bahnreform von 1994. Doch wir verstehen diesen Umbruch als Aufbruch! Im digitalen Wandel werden wir Treiber sein, nicht Getriebene. Und dennoch stets einen kühlen Kopf bewahren.

Wir folgen weiter dem Kurs unserer Strategie DB 2020. Genau deshalb steht der Deutsche Bahn Konzern auch künftig für Stabilität, Solidität, Qualität und Verlässlichkeit sowie einen ganzheitlichen, nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Herzlichst Ihr Rüdiger Grube

Dr. Rüdiger Grube
Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Bahn AG

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