Besondere Betriebslagen

Besondere Betriebslagen

 

Aufgrund von Bautätigkeiten, aber auch Wetterereignissen wie Stürmen kam es in der Vergangenheit zu teils erheblichen Einschränkungen im Betriebsablauf. Dabei ist es uns oft nicht gelungen, die Kunden kurzfristig und über alle Kanäle konsistent über Fahrplananpassungen zu informieren. Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass im Informationsfluss bisher viele Informationen manuell eingepflegt werden, was mit Zeitverzögerungen einherging. Daher haben wir jetzt ein Projekt zur Verbesserung der Reisendeninformation aufgesetzt. Das Projekt ist Anfang 2015 in die Umsetzung gegangen. Seither werden pilothaft immer wieder neue Funktionen getestet. So sind am Bahnhof Berlin Südkreuz bereits erste digitale Wagenstandanzeiger im Testbetrieb, die die Wagenreihung der nächsten vier angemeldeten Züge in Echtzeit anzeigen.

Ereignisse 2014

Alternativvarianten zur Y-Trasse erarbeitet

Im Auftrag des BMVI haben wir fünf Alternativ- und eine Ergänzungsvariante zur Aus- und Neubaustrecke Bremen/Hamburg–Hannover (Y-Trasse) untersucht. Im Vordergrund stand die Frage, wie man mehr Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr schaffen kann. Neben Lärm- und Umweltthemen wurden auch die Machbarkeit, Kosten, Fahrzeitgewinne und Kapazitätseffekte untersucht.

Der Bund wird eine gesamtwirtschaftliche Einschätzung der Varianten auf Basis der neuesten Verkehrsprognosen für das Jahr 2030 vornehmen.

Schäden durch Unwetter Ela

Das Unwetter Ela führte 2014 in Nordrhein-Westfalen (NRW) zu erheblichen Schäden an der Infrastruktur. Knapp ein Drittel des gesamten Schienennetzes in NRW musste gesperrt werden. Rund 2.200 km Oberleitung waren beschädigt oder zerstört. Rund 60 schwere Räum- und Reparaturfahrzeuge und 450 Mitarbeiter kamen zum Einsatz. Die Schäden für den DB-Konzern belaufen sich auf rund 60 Mio. €.

DB Netz gewinnt Digital Transformation Award

Die WirtschaftsWoche hat unter der Schirmherrschaft des BMVI erstmals den Digital Transformation Award vergeben. Prämiert werden Projekte, die deutlich machen, dass das Unternehmen die Herausforderungen der digitalen Transformation verstanden hat und sich ihnen stellt. In der Rubrik »Bestes Unternehmen 2.0« hat die DB Netz AG mit dem neuen IT-Baukasten gewonnen. Ein Beispiel für den IT-Baukasten ist das Netz-Trassenportal, das den Eisenbahnverkehrsunternehmen via Internet eine schnellere und einfachere Bestellung von Trassen auch grenzüberschreitend ermöglicht.

Klage gegen Schienenkartell anhängig

Das Bundeskartellamt hatte in den Jahren 2012 und 2013 gegen Gesellschaften aus den Unternehmensgruppen voestalpine, Vossloh und Moravia Steel Bußgelder von insgesamt 134,5 Mio. € wegen wettbewerbswidriger Absprachen bei der Lieferung von Schienen an den DB-Konzern verhängt.

Im Dezember 2012 hatte der DB-Konzern wegen der Kartellabsprachen Klage auf Schadenersatz beim Landgericht Frankfurt am Main erhoben. Die Klagen gegen Vossloh, Moravia Steel sowie den ehemaligen Eigentümer der Vossloh-Tochtergesellschaft Stahlberg Roensch GmbH sind noch vor dem Landgericht Frankfurt am Main anhängig.

Weiterentwickeltes Trassenpreissystem vorgestellt

Im Rahmen einer zentralen Kundenveranstaltung hat die DB Netz AG über die neue Entgeltlogik des Trassenpreissystems (TPS) 2017 informiert. Die EU-Richtlinie 2012/34 fordert eine Weiterentwicklung des TPS, die bis Mitte Juni 2015 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Grundlage der künftigen Entgeltbildung sind die Kosten, die unmittelbar aufgrund des Zugbetriebs anfallen. Sofern dies der Markt tragen kann, kann die DB Netz AG zur Deckung der Vollkosten Aufschläge erheben. Diese sollen nach den Verkehrsleistungen beziehungsweise Marktsegmenten differenziert werden.

Modernisierungskurs im Bestandsnetz fortgesetzt

[F3«6/11» Im Berichtsjahr haben wir die umfassende Modernisierung des Bestandsnetzes fortgesetzt. Dabei wurden über 3.000 km Schienen, über 2.300 Weichen, über 2 Mio. Eisenbahnschwellen und rund 4 Mio. t Schotter erneuert. Um die Anzahl und Dauer der baubedingten Sperrungen auf ein Minimum zu reduzieren, haben wir die 755 größten Baumaßnahmen in 65 Korridoren gebündelt. Gebaut wurde unter anderem auf den Strecken Hannover–Hamburg, Frankfurt–Fulda, München–Salzburg und Karlsruhe–Mannheim sowie im Knoten Leipzig.
Der Bund hat im Berichtsjahr 250 Mio. € zusätzlich für Erhalt und Sanierung der Infrastruktur und dabei insbesondere der Brücken zur Verfügung gestellt. Durch die LUFV II fließen in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel ins Netz. F3«6/11»]

Fortschritte bei Neu- und Ausbaumaßnahmen
Knoten Leipzig

Die Bauarbeiten zum Anschluss des Leipziger Hauptbahnhofs an das Projekt Nürnberg – Leipzig – Berlin (VDE8) haben einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im Jahr 2014 wurde mit vier Bahnsteigen, 7 km Gleisen, 35 Weichen, 35.000 t Schotter, 15.800 m neuen Oberleitungen und einem dritten und vierten Brückengleis der Hauptteil der Maßnahmen geschafft. Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle als Teil des Projekts VDE8 und dem Anschluss des Leipziger Hauptbahnhofs im Dezember 2015 werden die Fahrzeiten unter anderem nach Erfurt oder Nürnberg deutlich schneller.

Neuer Streckenabschnitt zwischen Stelle und Lüneburg eröffnet

Die Strecke Stelle – Lüneburg wurde für mehr Verkehr insbesondere von den Häfen sowie für einen dichteren Takt im Regionalverkehr des Landes Niedersachsen ausgebaut. Insgesamt investierten Bund und DB-Konzern rund 350 Mio. € in den Ausbau des rund 27 km langen Abschnitts, der von der EU aus dem Europäischen Fonds für Regionale Strukturentwicklung (EFRE) kofinanziert wird. Beim Stationsausbau hat sich darüber hinaus das Land Niedersachsen beteiligt. Die Gesamtmaßnahme umfasst zusätzlich rund 17 km neu gebaute Schallschutzwände für mehr Lärmschutz.

Start der Bauarbeiten am Falkenbergtunnel

Im März starteten die Bauarbeiten am gut 2,5 km langen Falkenbergtunnel. Der neue Tunnel, der aus zwei Röhren besteht, ist Teil der Strecke Hanau–Aschaffenburg–Würzburg und soll ab 2017 den Schwarzkopftunnel ersetzen. Der neue Streckenabschnitt ist rund 8 km lang. Die Tunnellage mindert die Schallimmissionen erheblich.

Die Ausbaustrecke Hanau–Nantenbach ist Teil der rund 112 km langen Main-Spessart-Bahn zwischen Hanau und Würzburg. Mit über 200 Zügen täglich zählt diese zu den am stärksten frequentierten Trassen.

Zugbildungsanlage Maschen modernisiert

Die Zugbildungsanlage Maschen dient als internationales Gateway nach Skandinavien mit direkten Verbindungen nach Dänemark und Schweden und hat insbesondere eine Schlüsselfunktion für die Hinterlandanbindung der großen norddeutschen Seehäfen. Über 120 km Gleise sowie die Steuerungstechnik für den Rangierbetrieb wurden in den vergangenen fünf Jahren für mehr als 230 Mio. € komplett erneuert. Bereits heute werden bis zu 150 ankommende und abfahrende Güterzüge werktäglich in Maschen abgefertigt.

Weitere Ereignisse
  • In Leipzig wurde der erste von fünf 160 Tonnen-Notfallkränen übergeben. Mit Investitionen von insgesamt rund 35 Mio. € sorgen wir damit im Störungsfall für eine schnelle Verfügbarkeit der Strecken. 
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