Güterverkehr

Deutscher Güterverkehr

Die Daten für die Jahre 2013 und 2014 entsprechen den per Februar 2015
verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Marktanteile
je Verkehrsträger sind gerundet und können daher in Summe von 100 abweichen.


WachstumsrateMarktanteil
GÜTERVERKEHRSMARKT IN 
DEUTSCHLAND [IN % AUF BASIS 
DER VERKEHRSLEISTUNG]
2014

2013

2014

2013

Schienengüterverkehr

0,0

+2,3

17,1

17,5

     DB-Konzern

–0,6

–4,2

11,4

11,7

     DB-konzernexterne Bahnen

+1,3

+18,5

5,8

5,8

Straßengüterverkehr

+3,1

+1,6

71,2

70,4

Binnenschiff

–1,3

+2,7

9,0

9,3

Rohrfernleitungen

–3,9

+12,2

2,7

2,8

Gesamtmarkt+1,9+2,1100,0100,0

[F41/9» Die positive Entwicklung des Güterverkehrsmarkts setzte sich 2014, gestützt auf einen starken Jahresauftakt, in einem weiter herausfordernden Umfeld fort. Infolge des milden Winters und entsprechend kräftiger Impulse aus dem Lkw-affinen Baugewerbe wurde das Wachstum insbesondere vom Straßengüterverkehr getragen. Im Jahresverlauf nahm die Wachstumsdynamik vor allem konjunkturbedingt und infolge eines Basiseffekts durch die bereits kräftigere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2013 ab. Während die robuste Binnennachfrage die Wareneinfuhren stimulierte, wurden die Warenexporte zwar durch die schwache Entwicklung wichtiger europäischer Absatzmärkte und die zunehmenden Unsicherheiten über die weitere Konjunkturentwicklung belastet, stiegen real aber dennoch kräftig. Anders als der Schienen- und Binnenschiffsverkehr konnte der Straßengüterverkehr nach dem Rückgang der letzten zwei Jahre seine Marktposition wieder verbessern. F41/9»]

Schiene

  • Unterjähriges Wachstum war wie bereits in den Vorjahren durch die nachträgliche Aufnahme von Güterbahnen in der Statistik überzeichnet, sodass nachlassende Konjunktureffekte nur bedingt sichtbar wurden.
  • Positive Konjunkturimpulse kamen aus dem robusten Außenhandel, der Bau-, Automobil- und Konsumgüterindustrie.
  • Impulse aus der Stahl-, (Basis-)Chemie- und Maschinenbauindustrie waren eher verhalten bis rückläufig.
  • Marktanteil der Schiene ging auf 17,1% zurück.
  • DB-Verkehrsleistung blieb unter Vorjahr (–0,6%).
  • Streiks verursachten eine hohe Verunsicherung bei den Kunden und führten zu Verlusten, von denen vor allem der Lkw profitierte.
  • DB-Marktanteil fiel intramodal von 66,8% auf 66,4% beziehungsweise intermodal von 11,7% auf 11,4%.
  • DB-konzernexterne Bahnen wuchsen moderat, aber weiter überdurchschnittlich (+ 1,3%). Vorjahresergebnis war durch einen Statistikeffekt stark überzeichnet.
  • In einigen Bereichen anhaltend harter intramodaler Preiswettbewerb.
  • Intramodaler Marktanteil DB-konzernexterner Bahnen stieg nach starkem Plus 2013 durch den Statistikeffekt moderat auf 33,6%.

Straße

  • Nachfragebelebung aus der Bauindustrie führte, verstärkt durch den sehr milden Winter, zu einer dynamischen Transportentwicklung am Jahresanfang, wovon insbesondere deutsche Lkw profitierten. Die Dynamik ließ im Jahresverlauf spürbar nach.
  • Gestützt wurde das Gesamtwachstum auf der Straße (+3,1%) gemäß der Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr auch weiterhin von den im Ausland zugelassenen Lkw.
  • Nach Rückgängen in den Vorjahren stieg 2014 der Marktanteil deutlich auf 71,2% an.

Binnenschiff

  • Nachfrageentwicklung fiel schwach aus.
  • Positiv entwickelten sich neben den Erz- insbesondere die Baustoffverkehre.
  • Deutliche Rückgänge waren bei den Verkehren von Kohle und Kokerei-/Mineralölerzeugnissen zu verzeichnen.
  • Entgegen der Entwicklung des Gesamtmarkts war die Entwicklung insgesamt negativ (–1,3%).
  • Der Marktanteil ging auf 9,0% zurück.

Europäischer Schienengüterverkehr

[F4«2/9» Die Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr (EU 28, Schweiz und Norwegen) blieb 2014 annähernd auf dem Vorjahresniveau (+0,2%). Der Jahresverlauf war geprägt durch ein starkes Wachstum im ersten Halbjahr und einen Nachfragerückgang aufgrund der Konjunkturabkühlung in der zweiten Jahreshälfte. Gestützt wurde die Entwicklung durch die gestiegene Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie sowie im Kombinierten Verkehr.
     In einem unverändert wettbewerbsintensiven Marktumfeld zeigten sich weiterhin regional deutliche Unterschiede. Auf Basis bisheriger Erkenntnisse gab es zum Beispiel Zuwächse bei der französischen Fret SNCF, der bulgarischen BDZ und der slowakischen ZSSK Cargo sowie Rückgänge bei der polnischen PKP Cargo und der tschechischen CD Cargo. Im europäischen Netzwerk von DB Schenker Rail blieb die Verkehrsleistung unter dem Vorjahresniveau (–1,1%), was vor allem auf die Rückgänge in den für uns wichtigsten Märkten Deutschland, Großbritannien, Polen und Frankreich zurückzuführen ist. Im Einzelnen stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:  F4«2/9»]

Großbritannien

  • Verkehrsleistung ging erstmals seit 2010 zurück (–2,3%). Positive Entwicklung der Baustoff- und Intermodalverkehre konnte den starken Rückgang bei den Kohleverkehren nicht kompensieren.
  • DB Schenker Rail UK konnte die führende Marktposition trotz des Verkehrsleistungsrückgangs halten.

Polen

  • Leicht negative Entwicklung der Verkehrsleistung (–1,6%) aufgrund schwacher Kohletransporte und der Auswirkungen der Ukraine-Krise.
  • Marktführer PKP Cargo verzeichnete einen überdurchschnittlichen Leistungsrückgang um rund 5%.
  • Trotz ebenfalls deutlicher Rückgänge bei der Verkehrs-leistung konnte DB Schenker Rail Polska die Marktposition halten. 

Frankreich

  • Verkehrsleistung im Schienengüterverkehrsmarkt stagnierte.
  • Fret SNCF verzeichnete einen leichten Leistungsanstieg und konnte seinen Marktanteil ausbauen.
  • Bei unserer Tochter Euro Cargo Rail ging die Verkehrsleistung zurück. Der Marktanteil konnte dementsprechend nicht gehalten werden. 

Europäischer Landverkehr

Die Marktsituation im europäischen Landverkehr blieb 2014 weiterhin angespannt. Die erste Jahreshälfte entwickelte sich trotz leichter monatlicher Schwankungen über Vor-jahresniveau. Die Nachfrage blieb aufgrund der Ukraine-Krise und der eingetrübten Wirtschaftslage in Teilen Europas hinter den Prognosen zurück. Der Landverkehrsmarkt war weiterhin von einer hohen Wettbewerbsintensität und einem spürbaren Margendruck gekennzeichnet.

Auf gesamteuropäischer Ebene ist der Markt 2014, gemessen am Umsatz, gewachsen (+2,1%). Bei stabilen Mengen konnte DB Schenker Logistics seine Position als Marktführer behaupten.

Luftfracht

2014 verbesserte sich die Marktentwicklung im internationalen Luftfrachtmarkt: Die Volumina legten um rund 4% zu. Maßgeblich verantwortlich für das Wachstum waren die Gütergruppen Hightech, Machinery Parts, Temperature- controlled Goods und Fashion Goods.

Differenziert nach Handelsrouten waren unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Während die Exporte vom amerikanischen Kontinent nach Asien und Europa nur ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichneten, stiegen die Transporte auf den volumenstarken Routen von Asien nach Europa, von Asien nach Nordamerika und Intra-Asien überdurchschnittlich.

Durch die Auslieferung großer und damit auch für die Luftfracht nutzbarer Passagierflugzeuge wuchs die Marktkapazität weiterhin, jedoch übertraf das Nachfragewachstum die Kapazitätsentwicklung. Einige Fluggesellschaften reduzierten wegen der gestiegenen Kapazität in Passagiermaschinen ihre Frachtflotte oder lösten sie komplett auf.

Abnehmende Überkapazitäten sowie die Erhöhung von Zuschlägen vieler Airlines führten zu steigenden Luftfrachtraten. Aufgrund hoher verbleibender Überkapazitäten bewegte sich der globale Luftfrachtmarkt aber weiterhin auf einem niedrigen Ratenniveau.

In einer weiterhin herausfordernden Marktsituation verzeichnete DB Schenker Logistics ein Volumenwachstum von 1,8%.

Seefracht

Die positive Entwicklung der Nachfragesituation in der globalen Seefracht führte zu einem Wachstum von rund 4%. Auf der weltweit volumenstärksten Route Intra-Asien (+6%) war ein Wachstum zu beobachten. Auch andere wichtige Handelsrouten wie Asien – Nordamerika (+5%) und Asien – Europa (+9%) verzeichneten einen Anstieg.

Die Frachtraten blieben aufgrund bestehender Überkapazitäten und weiterer Auslieferungen von Containerschiffen unter Druck. Die Carrier hoben mehrfach die Frachtraten in Form von General Rate Increases an. Das höhere Preisniveau konnte jedoch nicht gehalten werden. DB Schenker Logistics konnte seinen Marktanteil durch einen Volumenanstieg um 4,8% erhöhen.

Kontraktlogistik

Im globalen Kontraktlogistikmarkt setzte sich 2014 die positive Entwicklung fort (+5,4%). Hierzu trugen alle wesentlichen Regionen bei, wenngleich die asiatischen Märkte weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten aufwiesen. Die Produktionsmengen in den Kernindustrien nahmen zu, wodurch die Nachfrage nach dedizierten Lösungen in den Kernindustrien leicht anstieg. Insgesamt waren bei Industrie und Handel weiter gute Kapazitätsauslastungen und Auftragslagen zu beobachten. In allen Schlüsselländern und Regionen, vor allem in den Schwellenländern konnten Zuwächse verzeichnet werden.

DB Schenker Logistics erzielte in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld ein Umsatzwachstum von 10,3% und konnte seine Marktposition ausbauen. 

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