BIP mit schwacher Wachstumsdynamik

Die Weltwirtschaft wuchs 2014 um 2,6%. Zu Jahresbeginn höhere Erwartungen aus der Hoffnung kräftiger Erholungseffekte nach den wirtschaftlich schwierigen Vorjahren wurden nicht bestätigt. In den USA konnte ein Wachstum im Rahmen der Vorjahre erzielt werden. China wuchs weiter kräftig, wenn auch unter Vorjahresniveau. Europa, vor allem der Euro-Raum, verfehlte die Wachstumsziele insbesondere aufgrund struktureller Probleme in mehreren großen Volkswirtschaften der Währungsunion. Nach rückläufiger Wirtschaftsentwicklung in den beiden Vorjahren legte die Wirtschaftskraft jedoch erstmals wieder leicht zu.

In Deutschland trübte sich die Stimmung im Jahresverlauf auch durch wirtschaftspolitische Weichenstellungen wie die Rente mit 63 oder den Mindestlohn merklich ein. Der Exportsektor wurde von der Schwäche wichtiger Absatzmärkte beeinträchtigt, expandierte aber. Die Ukraine-Krise verstärkte die Unsicherheit von Investoren. Investitionen, die in den Vorjahren krisenbedingt aufgeschoben worden waren, wurden dadurch in Teilen nicht realisiert.

Der Welthandel nahm 2014, verglichen mit der BIP-Entwicklung, überproportional zu, allerdings deutlich geringer als im langjährigen Durchschnitt. Strukturelle Hemmnisse wie überschuldete Staaten in Europa oder die zunehmende Verlagerung von Produktionsstätten zu den Absatzmärkten sind hierbei wichtige Gründe.

 

USA

  • Schwacher Jahresbeginn durch strengen Winter, Rückgang des BIP im ersten Quartal.
  • Kräftiges Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr.
  • Wachstum insgesamt auf Vorjahresniveau aufgrund positiver Rahmenbedingungen (niedrige Energiepreise, vorangeschrittener Entschuldungsprozess der privaten Haushalte und gestiegene Erwerbstätigenzahlen).
  • Weniger expansive Geldpolitik durch US-Notenbank.

Asien

  • Kräftiges Wirtschaftswachstum in China, aber Wachstumsraten der Vorjahre nicht erreicht.
  • Chinesische Regierung verfehlt zum ersten Mal seit 24 Jahren das selbst gesteckte Wachstumsziel. Positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hatten staatliche Investitionsprogramme wie zum Beispiel Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur.
  • Japans Wirtschaft stagnierte 2014 unter anderem aufgrund einer Erhöhung der Mehrwertsteuer.
  • Die in Japan praktizierte expansive Fiskal- und Geldpolitik konnte nicht die erhofften positiven Impulse setzen. 

Europa

  • Geopolitische Krisen wie die Ukraine-Krise oder die Konflikte im Nahen Osten belasteten die Wirtschaft und das allgemeine Geschäftsklima.
  • Kräftiger Anstieg der Wirtschaftsleistung in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern (Tschechien, Ungarn und Polen).
  • Positive Entwicklung auch in Großbritannien durch steigende Investitionen und private Konsumausgaben sowie eine expansiv ausgerichtete Geldpolitik, die dem Bausektor zu einem temporären Boom verhalf.

Euro-Raum

  • Im gesamten Euro-Raum haben sich neben den Investitionen auch die Staatsausgaben nur geringfügig erhöht, die zusammen knapp 40% der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen. Dadurch fehlten Wachstums-
    impulse.
  • Dagegen wirkten Exporte infolge der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie gestiegener Wettbewerbsfähigkeit stützend. Auch die privaten Konsum-ausgaben trugen zur gesamtwirtschaftlichen Expan-sion bei.
  • Unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Mitglieder im Euro-Raum setzte sich fort.
  • Spanien und Griechenland profitieren von während der Euro-Krise eingeführten Reformen.
  • Frankreich und Italien schwach. Positive Impulse aus eingeleiteten Strukturreformen werden erst zeitverzögert wirksam. Aufgrund der vergleichsweise geringen Wettbewerbsfähigkeit konnten externe Impulse die schwache Binnennachfrage nur partiell ausgleichen.
  • Deutschland entwickelte sich besser als der restliche Euro-Raum. Nach starkem ersten Quartal infolge des milden Winters trübte sich die Entwicklung im Jahres-verlauf ein.
  • Stütze der Konjunktur war erneut die Binnennachfrage. Neben dem privaten Konsum nahmen auch die Investitionen kräftig zu.
  • Auch die Exporte wuchsen stärker als die gesamte Wirtschaftsleistung, trotz der Schwäche wichtiger Absatzmärkte. Allerdings nahmen die Importe in ähnlicher Größenordnung zu, sodass der Beitrag des Außenhandels zum BIP-Wachstum sich nur geringfügig erhöhte.
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