Energiemärkte im Zeichen von Überkapazitäten

Die zentrale Hedge-Politik des DB-Konzerns beruht auf dem Prinzip, Energiepreisschwankungen und daraus resultierende Ergebniseffekte zu minimieren. Hierzu haben wir ein rollierendes Hedge-Programm etabliert, unter dem mit abgestuften Sicherungsgraden die Zukunft gesichert wird. Die Entwicklung der Marktpreise schlägt daher nicht vollumfänglich auf unsere Aktivitäten durch.

Ölmarkt

 

 

Veränderung
BRENT IN USD/BBL20142013

absolut

%

Quelle: Thomson Reuters 

Durchschnittspreis

99,5

108,7

–9,2

–8,5

Höchstpreis

115,7

119,2

Tiefstpreis

55,8

96,8

Jahresendpreis 57,3 110,8 –53,5 –48,3
  • Der Ölmarkt wurde 2014 maßgeblich durch den Strategiewechsel der OPEC beeinflusst. Saudi-Arabien schließt trotz sinkender Preise Förderkürzungen aus, um Marktanteilsverluste zu verhindern.
  • Bis ins dritte Quartal prägte der Widerstreit zwischen Angebotsüberhang und geopolitischen Risiken das Bild. Angesichts der expansiven Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken setzten spekulative Investoren auf weitere Preisanstiege. Der Preis für Brent erreichte im Juni seinen Jahreshöchststand.
  • Verhaltene Wirtschaftsentwicklung in Europa und Asien übte Druck auf die Ölnachfrage aus, während auf der Angebotsseite die Produktion weiter ausgeweitet wurde (unter anderem durch Schieferölboom in den USA).
  • Preisrutsch ab September angesichts des großen Angebotsüberhangs und des starken US-Dollars. Weitere Beschleunigung infolge der OPEC-Sitzung im November. Der Preis für Brent stürzte im Dezember auf den Jahrestiefststand (niedrigster Stand seit Mai 2009).

Strommarkt

Entwicklung Energiepreise     Veränderung
GRUNDLASTSTROM (FOLGEJAHR)
IN €/MWH
20142013 absolut

%

Quelle: Thomson Reuters

Durchschnittspreis

35,1

39,1

–4

–10,2

Höchstpreis

37,0

45,6

Tiefstpreis

32,8

36,0

Jahresendpreis

32,9

36,5

–3,6

–9,9

Emissionszertifikate in €/t CO₂

Durchschnittspreis

6,0

4,5

1,5

33,3

Höchstpreis

7,6

6,8

Tiefstpreis

3,7

2,5

Jahresendpreis 7,3 5,0 2,3 46,0
  • Rekordhohe vorrangige Einspeisung erneuerbarer Energien drückt den Großhandelspreis. Stein- und vor allem Braunkohlekraftwerke erleben aufgrund historischer Tiefststände am Kohlemarkt und moderater CO₂-Preise eine Renaissance.
  • Mangelnde Steuerbarkeit der Einspeisung erneuerbarer Energien führt zu hohen Ausschlägen am Stromspotmarkt bei einem im Durchschnitt rückläufigen Preisniveau. Außerdem induziert sie die Notwendigkeit einer immer feineren zeitlichen Steuerung, die sich in deut-lich gestiegenen Handelsvolumina im Intraday-Markt widerspiegelt.
  • Im ersten Quartal erreichte der Preis für Grundlaststrom für das Folgejahr seinen Höchststand, der trotz der Sorgen um die Gasversorgung nach Eskalation der
    Ukraine-Krise nicht wieder erreicht wurde. Zum Jahresende markierte der Grundlastkontrakt zur Lieferung im Jahr 2015 ein Jahres- und Allzeittief.
  • Einbehaltung von 400 Millionen Zertifikaten führte An-fang März zum Jahreshöchststand am Emissionsmarkt (7,6 €/t CO₂). Bis Ende März brach der Preis bis auf 3,71 €/t ein. Spekulationen über den Zeitpunkt der Einführung der Marktstabilitätsreserve sorgten für neuen Auftrieb. 
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