Finanzlage

Die finanzwirtschaftliche Steuerung des DB-Konzerns zielt außer auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts auch auf die Einhaltung einer für die Wahrung einer sehr guten Bonitätseinstufung angemessenen Kapitalstruktur. Die dafür verwendeten Kennzahlen Tilgungsdeckung, Gearing und Netto-Finanzschulden/EBITDA werden im Abschnitt Wertmanagement erläutert.

Das Treasury-Zentrum für den DB-Konzern ist in der DB AG angesiedelt. Hierdurch stellen wir sicher, dass alle Konzerngesellschaften zu optimalen Bedingungen Finanzmittel aufnehmen und anlegen können. Vor der externen Beschaffung von Finanzmitteln nehmen wir einen Finanzmittelausgleich innerhalb des DB-Konzerns vor. Bei Aufnahmen DB-konzernexterner Finanzmittel beschafft die DB AG kurzfristige Gelder im eigenen Namen und langfristiges Kapital grundsätzlich über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance B.V. (DB Finance), Amsterdam/Niederlande.

Die Finanzmittel werden den Gesellschaften des DB ML-Konzerns im Rahmen eines zweistufigen Treasury-Konzepts über die DB ML AG durch kurzfristige Kreditlinien, die im Rahmen des Cashpoolings auf internen Kontokorrentkonten und/oder durch feste kurzfristige Kreditausreichungen in Anspruch genommen werden können, oder in Form von langfristigen Darlehen weitergereicht.

Die Infrastrukturgesellschaften des DB-Konzerns sind dagegen direkt an das Treasury-Zentrum der DB AG angebunden. Mit diesem Konzept sichern wir einen konzernübergreifenden Risiko- und Ressourcenverbund. Weitere Vorteile liegen in der Bündelung von Know-how, der Realisierung von Synergieeffekten sowie in der Minimierung der Refinanzierungskosten.

Für den langfristigen Bereich steht dem DB-Konzern ein Debt-Issuance-Programm in Höhe von 20 Mrd. € zur Verfügung. Über die DB Finance haben wir im Berichtsjahr insgesamt neun öffentliche Anleihen beziehungsweise Privatplatzierungen emittiert. Das Gesamtvolumen der Transaktionen betrug 2,0 Mrd. €. Die Laufzeiten reichen von 5 bis 15 Jahren, die Emissionswährungen waren der Euro, die schwedische Krone und der Schweizer Franken, der australische Dollar sowie der Singapur-Dollar. Die Platzierungsschwerpunkte der Transaktionen lagen in Deutschland, Frankreich, Schweden und der Schweiz sowie in Japan und Singapur. Im Berichtsjahr wurden zudem eine öffentliche Anleihe über 50 Mrd. JPY und zwei Privatplatzierungen über 5 Mrd. JPY und 250 Mio. HKD sowie zwei EUROFIMA-Darlehen zurückgezahlt. Das Debt-Issuance-Programm war per 31. Dezember 2014 mit 17,2 Mrd. € in Anspruch genommen (per 31. Dezember 2013: 15,7 Mrd. €). Die Inanspruchnahme des Programms ist infolge der Refinanzierung auslaufender Finanzschulden und des Aufbaus einer höheren Kassenposition im Berichtsjahr angestiegen.

Im kurzfristigen Bereich stand per 31. Dezember 2014 wie im Vorjahr ein Multi-Currency-Multi-Issuer-Commercial-Paper-Programm über 2 Mrd. € zur Verfügung. Dieses war per 31. Dezember 2014 nicht in Anspruch genommen (per 31. Dezember 2013: keine Inanspruchnahme). Zudem verfügten wir per 31. Dezember 2014 über garantierte ungenutzte Kreditfazilitäten in Höhe von 2,0 Mrd. € (per 31. Dezember 2013: 2,0 Mrd. €) mit einer Restlaufzeit von 0,5 bis 1,6 Jahren sowie über eine weitere garantierte ungenutzte Kreditfazilität in Höhe von 0,1 Mrd. € (per 31. Dezember 2013: 0,1 Mrd. €).

Darüber hinaus konnten wir auf Kreditlinien für das operative Geschäft in Höhe von 1,7 Mrd. € zurückgreifen (per 31. Dezember 2013: 1,6 Mrd. €). Diese Linien, die den Tochtergesellschaften weltweit zur Verfügung gestellt werden, umfassen sowohl die Finanzierung von Working Capital als auch die Bereitstellung von Avalen.

Im Berichtsjahr wurde ein Leasingvertrag für Fahrzeuge im Zusammenhang mit einem neuen Verkehrsvertrag über rund 100 Mio. € abgeschlossen, dessen Laufzeit im Dezember 2017 beginnt. Darüber hinaus wurden keine größeren Leasingverträge abgeschlossen.

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