Konjunkturelle Aussichten

Die Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2015 basieren auf der Annahme keiner weiteren Verschlechterung der geopolitischen Lage.

1) Nur Warenhandel.

Die preis- und kalenderbereinigten Daten für 2014 entsprechen 
den per Februar 2015 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. 
Die Erwartungen für 2015 sind auf halbe Prozentpunkte gerundet.

Quelle: Oxford Economics

Voraussichtliche Entwicklung [in %]

2014

2015

BIP Welt

2,6

~+3,0

Welthandel 1)

3,9

~+4,0

BIP Euro-Raum

0,9

~+1,5
BIP Deutschland1,6~+2,0

Für 2015 wird eine moderate Steigerung des weltweiten Wirtschaftswachstums erwartet. Vor allem die fortschreitende Erholung in den USA und einigen europäischen Ländern trägt dazu bei. Dagegen erhöhen sich die auf einem wesentlich höheren Niveau liegenden Wachstumsraten in den Schwellenländern vor allem in Asien voraussichtlich kaum. Die Expansion des Welthandels sollte sich dagegen beschleunigen, da bremsende Effekte, wie die schwache Importnachfrage aus dem Euro-Raum, sich schrittweise abschwächen.

Ein wichtiger Einflussfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung sind die nach langer Zeit teilweise wieder moderat steigenden Zinsen. Die höheren Zinsen haben Effekte auf Wechselkurse, Konsumneigung und Investitionen. Die moderate wirtschaftliche Entwicklung insbesondere des Euro-Raums und Japans sowie einiger Schwellenländer begrenzen das Potenzial für weltweit steigende Zinsen jedoch.

  • Amerikanischer Binnenmarkt verbleibt auf robustem Wachstumspfad. Durch hinzugewonnene Wettbewerbsfähigkeit dürfte die erwartete Aufwertung des US-Dollars die Nachfrage nach amerikanischen Produkten nur geringfügig mindern. Rückläufiger Ölpreis stellt die Fracking-Industrie vor Herausforderungen.
  • Nachlassende Dynamik in den Schwellenländern und anhaltende Wachstumsschwäche in Europa beeinträchtigen auch die US-Exportwirtschaft.
  • Wirtschaftswachstum in Asien wird auch 2015 auf einem hohen, aber nicht weiter steigenden Niveau erwartet.
  • Dämpfend wirken insbesondere die mit geringeren BIP-Wachstumsraten einhergehende Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik in China sowie die anhaltende Schwäche der japanischen Volkswirtschaft.
  • In Europa wächst die Wirtschaft 2015 in mehreren nicht zum Euro-Raum gehörenden Ländern überdurchschnittlich (vor allem in Großbritannien und Schweden, aber auch mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Polen und Tschechien).
  • Euro-Raum sollte 2015 stärker wachsen als in den Vorjahren. Der Wachstumspfad ist allerdings nach wie vor niedriger als vor der Krise.
  • Grundlage der Erwartung einer weiterhin schleppenden Erholung sind die Annahme, dass die strukturellen Probleme von Ländern wie Frankreich und Italien noch nicht gelöst werden, die nach wie vor bestehende hohe Verschuldung sowie geopolitische Risiken wie die Ukraine-Krise.
  • Deutschland wächst voraussichtlich auch 2015 stärker als der Euro-Raum. Stütze der Entwicklung bleibt die Binnennachfrage, insbesondere der private Konsum und die Investitionen.
  • Die Exporte steigen voraussichtlich ebenfalls kräftig, stimuliert durch die allmähliche Erholung wichtiger (europäischer) Absatzmärkte und eine Abwertung des Euros. 
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