Naturschutz

Management für die Natur

EN14Zur Förderung der Artenvielfalt haben wir im DB-Konzern ein eigenes Naturschutzmanagement verankert. Federführend ist die Fachgruppe Naturschutz, die sich aus Experten von DB Umwelt und den Fachstellen der Geschäftsfelder zusammensetzt. Sie erarbeitet unter anderem Handlungsempfehlungen zu naturschutzfachlichen Fragestellungen, um den DB-Mitarbeitern konkrete Hilfestellungen für die Arbeit zu geben. So wurden im Berichtsjahr unter anderem neue Informationsmaterialien zum Umgang mit invasiven Neophyten auf Bahnanlagen zusammengestellt.
Darüber hinaus werden DB-Mitarbeiter regelmäßig in speziellen Schulungen über das Thema Naturschutz informiert. Nach interner Vorgabe müssen Fachkräfte aus den Bereichen Umweltschutz und Landschaftsplanung alle zwei Jahre eine Auffrischungsschulung besuchen. Darüber hinaus richten sich die Angebote auch an Projektleiter und Projektingenieure in Bau- und Instandhaltungsprojekten.
Im Berichtsjahr haben Vertreter der vier Verbände Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), Verkehrsclub e. V. (VCD) und Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Dr. Rüdiger Grube, und die Vorständin für Technik und Umwelt, Dr. Heike Hanagarth, eine gemeinsame Erklärung zur Nutzung von DB-Flächen unterschrieben. Zukünftig sollen für den Eisenbahnbetrieb nicht mehr notwendige Flächen für den Naturschutz identifiziert und an Verbände und Stiftungen übergeben werden.

Berührung mit Schutzgebieten

EN11

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

EN13, EN14, EN15Wenn wir Bahnanlagen neu bauen oder bestehende umgestalten, berücksichtigen wir den Schutz der Natur bereits während der Planung. Ziel ist es, Eingriffe in Natur und Landschaft weitgehend zu vermeiden. Sollten dennoch Beeinträchtigungen auftreten, streben wir einen Ausgleich oder Ersatz an. Alle relevanten Daten zu diesen sogenannten Kompensationsverpflichtungen werden zukünftig im webbasierten Fachinformationssystem Naturschutz und Kompensation (FINK) geführt. Damit kommen wir der vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) geforderten Berichtspflicht gemäß Bundesnaturschutzgesetz nach. FINK unterstützt die gesamte Prozesskette von der Planung über die Umsetzung bis zu Unterhaltungspflege der Maßnahmen. Es ermöglicht allen Beteiligten, jederzeit einen aktuellen Überblick über den Status der Kompensation zu erhalten.
Im Zuge des Projekts »Elektronisches Stellwerk rechte Rheinstrecke« wurden zum Beispiel mehrere Bahnübergänge angepasst, die mit kleinen Eingriffen in das unmittelbare Umfeld einhergingen. Anstatt für jeden der sieben Bahnübergänge eine separate Maßnahme zu erstellen, haben wir die Kompensation in einer Maßnahme gebündelt und eine alte Weinbergstrockenmauer saniert. Hier finden nun streng geschützte Mauereidechsen ein neues Zuhause. Um den Erfolg der Maßnahme nachzuweisen, wird ein dreijähriges Monitoring durchgeführt.

Renaturierungsmaßnahmen im Projekt Karlsruhe–Basel

EN13, EN15Im Zuge der Baumaßnahmen im Großprojekt Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel setzt der DB-Konzern verschiedene Renaturierungsmaßnahmen um. In Ötigheim, Niederbühl und bei Auggen sind neue Quartiere für geschützte Tierarten wie Reptilien, Amphibien oder Fledermäuse entstanden. Bei Kappel-Grafenhausen läuft seit 2005 das Projekt »Revitalisierung des Fluss-Ökosystems Taubergießen«. Außerdem wurde dort an der Alten Elz eine Fischtreppe errichtet. Auch die Dreisam östlich von Freiburg wird renaturiert: Dort entsteht unter anderem ein neuer Lebensraum für Lachse. Zudem wird das Gewässerbett aufgeweitet, um vor Hochwasser zu schützen. 

Vegetationskontrolle für sicheren Bahnbetrieb

Der sichere Eisenbahnverkehr hat höchste Priorität. Dafür müssen wir Gleise und Trassen regelmäßig warten. Dazu entfernen wir auch Pflanzen, damit sie nicht das Gleisbett beeinträchtigen, die Sicht auf Signale versperren oder zu Hindernissen werden.
Bei der Vegetationskontrolle werden chemische Pflanzenschutzmittel in enger Absprache mit den zuständigen Behörden grundsätzlich nur dort eingesetzt, wo keine nicht chemischen Alternativen zur Aufwuchsvermeidung zur Verfügung stehen. Dieses Vorgehen haben wir in unseren internen Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz beschrieben. Auf rund 57.500 km Gleis wurde im Berichtsjahr eine Wirkstoffmenge von 80,9 t eingesetzt – dies entspricht 1,41 kg/km und ungefähr 0,4% des Gesamtherbizidabsatzes in Deutschland. Damit wurden rund 94% der Gleise mit Herbiziden behandelt. Eingesetzt wurden die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit speziell für den Gleisbereich zugelassenen und nur unmittelbar dort angewandten Wirkstoffe Flazasulfuron, Flumioxazin und Glyphosat. Dabei stellen wir sicher, dass keine Wirkstoffe in angrenzende Flächen gelangen. Im Gleisumfeld sowie auf Bahnhöfen, Wegen und Plätzen wenden wir mechanische Verfahren an. 

Vogelschutz an Oberleitungsanlagen

EN15, EN13Neue Oberleitungsanlagen werden schon beim Bau vogelsicher ausgestaltet. Ziel der Vogelschutzmaßnahmen ist es, durch konstruktive Maßnahmen Vögel gegen Stromschlag zu schützen.
Bei bestehenden Anlagen verursachen Vögel und Kleintiere jährlich bis zu 5.000 Kurzschlussereignisse in den Oberleitungen. Hier verbessert die DB Netz AG den Vogel- und Kleintierschutz beispielsweise durch den Einbau sogenannter »Animal Guards«, die verhindern, dass Tiere Isolatoren überqueren oder sich daraufsetzen. Die Verbesserung des Vogelschutzes erfolgt vor allem durch freiwillige, ergänzende Schutzeinrichtungen an den Oberleitungsanlagen. Durch das Ziel, die Anzahl der Kurzschlussereignisse zu verringern, können auch die resultierenden Instandhaltungs- und Schadensfolgekosten spürbar reduziert werden.

nach oben